Umgebung

IJzendijke, Petit Paris
Ijzendijke ist ein malerisches Dörfchen in der Gemeinde Sluis. Es liegt im Westen von seeländisch Flandern in der niederländischen Provinz Zeeland und hat 2155 Einwohner. Bis April 1970 war Ijzendijke eine eigenständige Gemeinde und bis 2003 ein Teil der Gemeinde Oostburg.

 

Geschichte
Das ursprüngliche Ijzendijke lag am Ufer des Braakman. Es war im Mittelalter – durch den aufblühenden flämischen Leinen- und Wollhandel – eine wohlhabende Hafen – und Handelsstadt, die um 1280 sogar zur Londoner Hanse gehörte. Die prosperierenden Tuchwebereien in Flandern verkauften ihre Produkte nämlich überwiegend nach England und transportierten ihre Waren über die Häfen von Brügge, Damme, Sluis, Aardenburg und Ijzendijke. Die Händler exportierten auch Rheinwein und brachten Wolle, Zinn, Blei, Häute und Pelzwaren aus England zurück. Ijzendijke erhielt 1303 die Stadtrechte.

 

Kurz nach 1360 wurde Alt-Ijzendijke mehrmals ernsthaft von der Nordsee bedroht. Das Gebiet rund um den Braakman wurde am 9. Oktober 1374 bei der „Ersten Dioysiusflut“ überflutet und fast genau auf den Tag ein Jahr später, am 8. Oktober 1375 kam es zur zweiten Überschwemmung.

 

Diese Flut formte die sogenannte „Zuudzee“. Rund um diese neu entstandene „Zuudzee“ wurden in den folgenden Jahren viele Polder eingedeicht und neue Pfarrgemeinden errichtet, aber am 19. November 1404, bei der sogenannten „Ersten Sankt Elisabethflut“, wurde das gesamte Gebiet erneut überschwemmt. Die Landzunge, auf der die beiden 1374 von der Flut verschont gebliebenen Städte Ijzendijke und Hugevliet lagen, wurde nun auch von den Wogen der Nordsee verschlungen.

 

Während des Achtzigjährigen Krieges ließ der spanische Herzog von Parma an der Nordwestseite der früheren Stadt eine Schanze mit vier Bollwerken anlegen. Aber 1604 vertrieb Prinz Maurits die Spanier.

 

Die Verteidigungsanlage wurde daraufhin unter der Leitung der niederländischen Festungsbauer Simon Stevin und Menno van Coehorn erweitert und zu einer nahezu uneinnehmbaren Festung der niederländischen Truppen gegen die Spanier ausgebaut.

 

Von 1610 bis 1616 war Joost van Laren (1586 – 1653) protestantischer Pfarrer der Festung. Es ist anzunehmen, dass er die 1612 fertig gestellte protestantische Kirche errichten ließ. Später im 17. Jahrhundert war unter anderem Wilhelminus Comantuis (ca. 1586 – 1653) Pfarrer in Ijzendijke. Die Kirche mit ihrem ursprünglich achteckigen Grundriss wurde zwischen 1656 und 1659 nach den Plänen des Baumeisters Sebastiaan de Roy aus Hulst und des ortsansässigen Zimmermanns Jan Willemsen ausgebaut.

 

Die Festung Ijzendijke leistete im siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert tapferen Widerstand gegen etliche Angriffe feindlicher Truppen. Aber in den Jahren 1747 – 1748 und 1794 – 1814 war Ijzendijke in französischen Händen. Napoleon belohnte seine Offiziere häufig mit Ländereien; dadurch wurde ein Teil von seeländisch Flandern Eigentum des französischen und wallonischen Adels. Auch nach 1814 verblieb ein beachtlicher Teil des Landes in französischen und wallonischen Händen.

 

Nach 1814 ließ die niederländische Regierung die Festung Ijzendijke größtenteils auf. Während des belgischen Aufstandes 1830 – 1831 war sie das letzte Mal mit Truppen, Waffen und Munition bestückt. Am Morgen des 2. August 1831 um 6.00 Uhr hielt der Oberbefehlshaber der niederländischen Truppen in seeländisch Flandern, Oberst der Infantrie Joseph Ledel (1779 – 1835) in Ijzendijke Kriegsrat mit den Offizieren seiner Truppen. Daraufhin wurde um 8.00 Uhr das Feuer auf die belgischen Truppen bei den Schleusen am Kapitalendamm sowie bei den Schanzen beim Verlaat eröffnet. Eine Kompanie der 9. Abteilung der Infantrie unter Hauptmann Schwarz und eine Schützenkompanie unter Kapitän Deinema vertrieben die Belgier von beiden Orten. Bis zum 12. August blieb es in seeländisch Flandern mit kleineren Scharmützeln weiter unruhig, aber dann wurde ein Waffenstillstand vereinbart.

 

Zwischen 1841 und 1843 wurden die letzten Mauern der Festung abgebrochen, aber im 20. Jahrhundert wurde ein kleiner Teil der ehemaligen Festung wieder restauriert. Die heutige Befestigungsanlage legt davon Zeugnis ab.

 

Die letzten kriegerischen Handlungen von Ijzendijke sind jüngeren Datums, nämlich vom Oktober 1944. Bei der „Operation Switchback“, dem Kampf um die Westerschelde zwischen den deutschen und den alliierten Truppen verlief die Front bei Ijzendijke. Der durch die Kampfhandlungen angerichtete Schaden war enorm. Der ursprüngliche Charakter des Ortes wurde später so weit wie möglich in alter Pracht wieder hergestellt.

 

Typisch für Ijzendijke waren früher der zweimal jährlich stattfindende Markt für Zugpferde mit der Pferdekörung im Juli und Oktober. Heute sind davon noch der alljährliche Folkloretag und die alle vier Jahre stattfindende Pferdekörung übrig geblieben.


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